Einblick in Worte
Tauche ein in die fesselnden Welten von LevinaLeroy. Diese Leseproben bieten Dir einen ersten Eindruck meiner Geschichten und meines Schreibstils. Ich hoffe, sie wecken Deine Neugier und laden Dich ein, tiefer in meine Werke einzutauchen.

Ohne Probe geht nichts
Hier findest Du für jedes meiner Bücher eine kleine Leseprobe vom Prolog aus: „VANTA“ Band 2.
Titel- und Coverreveal am 13.10.20.26!!!
Disclaimer
Dieses Buch ist ein Werk der Fiktion. Namen, Charaktere, Orte und Ereignisse sind entweder Produkte der Fantasie der Autorin oder werden fiktiv verwendet. Jede Ähnlichkeit mit lebenden oder verstorbenen Personen, realen Orten oder tatsächlichen Ereignissen ist rein zufällig.
Die im Roman beschriebenen medizinischen Inhalte, klinischen Abläufe und Behandlungen wurden aus Gründen der Dramaturgie teilweise vereinfacht, verändert oder überspitzt dargestellt. Sie entsprechen nicht zwangsläufig realen medizinischen Standards und sind nicht als medizinische Ratschläge zu verstehen.
Aus dem zweiten Band von meinem Debütroman
„VANTA – Das Lakewood-Projekt“
Band 1
Mystery-Thriller
Ausschnitt aus Kapitel 17, Band 2
Statt eines dritten Anrufs flammte der Bildschirm taghell auf und eine Textnachricht schnitt sich in meine Netzhaut. Ich hob mein Handy an, öffnete den Chat und las:
Komm raus
Kein Name. Keine Drohung. Nur dieser eine, unerbittliche Befehl.
Ich sah zu Nathan auf. Er hatte die Nachricht über meine Schulter hinweg mitgelesen. Seine Kiefermuskeln mahlten unbarmherzig. Ohne ein Wort zu sagen, griff er nach seiner schweren Dienst-Taschenlampe und zog mit einem metallischen, unheilvollen Klicken seine Waffe aus dem Holster. Professionell. Kalt. Ein Sheriff im unbarmherzigen Jagdmodus.
Ich stürzte zur Küchentheke, riss die Schublade auf und packte unsere eigene Taschenlampe. Ihre gummierte Oberfläche fühlte sich in meiner schweißnassen Hand an wie ein nutzloser Strohhalm.
Wir schlichen durch den Flur nach draußen. Im Haus blieb alles ruhig; Mom kümmerte sich hinter der Treppe in der Waschküche um die Wäsche, die Kinder schliefen. Doch kaum hatten wir die Veranda verlassen, verschlang uns die pechschwarze Nacht von Lakewood.
Draußen stand die Frühlingsluft des Aprils schwer und drückend. Wir scannten das Grundstück, die Lichtkegel schnitten wie weiße Klingen durch die Finsternis der Lakebloom Avenue. Nichts. Nur das ferne, träge Schwappen des Sees gegen den Steg.
KNACK.
Das Geräusch war minimal, eher von der Ferne. Das Splittern eines trockenen Zweigs im Unterholz. Ich fror mitten im Schritt ein. »Nathan«, flüsterte ich, doch der Sheriff bewegte sich bereits weiter – er hatte es nicht gehört. Das Adrenalin in meinem Blut hatte meine Sinne unnatürlich geschärft. Ich wartete nicht auf ihn. Ich ging dem Laut nach.
KNACK.
Wieder. Diesmal lauter, näher am Seeufer. Ein heftiger Ruck ging durch meine Brust, mein Atem stockte. Ich beschleunigte den Schritt, verließ unser gepflegtes Grundstück und stolperte über die unsichtbare Grenze auf Nathans Rasen. Hier war das Gras hoch, das Dickicht verwildert. Dornen von Rosenbüschen rissen an meiner Kleidung, doch der Schmerz drang nicht zu mir durch. Ich fixierte nur die Dunkelheit vor mir.
»Simon!«, drang Nathans Stimme gedämpft von weit hinter mir an mein Ohr. Er flüsterte, aber es war ein Befehl. »Simon, verdammt, bleib stehen!«
Ich ignorierte ihn. Ich rannte mittlerweile leicht geduckt. Die Taschenlampe in meiner Hand tanzte wild über stachelige Büsche und morsche Zäune. Das nächste Nachbargrundstück flog an mir vorbei, immer näher an der Uferlinie entlang. Äste peitschten mir ins Gesicht, der Wald forderte seinen Tribut, aber das rhythmische Splittern vor mir trieb mich voran wie eine Bestie auf der Jagd.
Ich durchbrach das letzte verfallene Gartentor. Dahinter endete die Zivilisation. Der große, dichte Lakewood-Wald verschluckte mich mit einem Schlag.
»Simon!«, Nathans Ruf war jetzt lauter, unvorsichtiger, getrieben von nackter Sorge.
Ich stürmte tiefer in das Unterholz. Immer weiter. Immer weiter entlang des pechschwarzen Sees in die Nähe der North Side Road. Der Geruch von feuchter Erde, Moos und moderndem Holz schlug mir entgegen, bis ich abrupt abbremste. Meine Lungen schrien nach Sauerstoff, mein Keuchen war das lauteste Geräusch im Wald. Ich versuchte mich zu beruhigen, doch jeder Atemzug brannten.
Ich stand genau an der Stelle. Genau auf dem Fleck der anderen Uferseite, den ich seit Jahren von meinem Küchenfenster aus fixiert hatte. Hier hatte er immer gestanden.
Ich drehte mich panisch im Kreis, riss die Taschenlampe herum. Die Lichtbänder erfassten nur nackte, knöcherne Baumstämme und dichte Farne. Hier war niemand. Absolut niemand. Es war eine Falle.
Nathans schwere Tritte näherten sich durch das Gebüsch, er rief meinen Namen – und dann explodierte die Nacht.
BÄMM!
Ein ohnehin ohrenbetäubender, gellender Schuss zerriss die Stille. Das Mündungsfeuer blitzte für eine Millisekunde irgendwo rechts von mir auf.
Mein Herz schlug nicht mehr; es trommelte in einem geisteskranken, rasenden Takt gegen meine Rippen. Reine, animalische Panik übernahm die Kontrolle. Ich warf mich blindlings auf den Boden, grub mein Gesicht in das kalte, nasse Laub und knipste mit zitterndem Daumen die Taschenlampe aus. Irgendwo wenige Meter hinter mir tat Nathan es mir gleich. Das Klicken seiner Lampe ging im infernalischen Lärm über uns unter – hunderte von Krähen schossen kreischend und mit heftigem Flügelschlagen aus den Baumkronen empor, ein schwarzer, panischer Teppich gegen den Nachthimmel.
»Simon«, hauchte Nathan aus der Finsternis. Ein kaum hörbares Wimmern.
Ich wagte es nicht, mich zu rühren. Ich lag flach auf dem Bauch, das Gesicht im Dreck, und starrte starr auf den Waldboden vor mir.
Dann setzten die Schritte ein.
Schrff. Schrff.
Langsam. Bedacht. Unheimlich leise und doch mörderisch hörbar auf dem trockenen Laub. Jemand kam direkt auf mich zu. Die Kälte, die mich erfasste, lähmte jeden Muskel, jede Sehne. Ich kniff die Augen krampfhaft zu, presste die Lippen aufeinander, während die Schritte immer näher rückten. Das nackte Entsetzen schnürte mir die Luft ab.
Stille.
Die Schritte stoppten. Ich öffnete die Augen millimeterweise. Mein Atem ging stoßweise, fast gepresst.
Direkt vor meinem Gesicht, kaum zehn Zentimeter von meinen Augen entfernt, standen sie. Schwarze, elegante Lederschuhe. Makellos sauber mitten im Schlamm des Lakewood-Waldes. Er stand über mir. Er blickte auf mich herab. Mein Atem stockte vollkommen, das Blut in meinen Adern fror zu Eis. Ich zitterte so heftig, dass das Laub unter meiner Brust leise raschelte. Ich war ein Chirurg auf dem Präsentiertisch eines Schlachters.
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